Mediation ist ein kostengünstiges Verfahren, das hilft, Konflikte und Streitigkeiten in vielen Lebensbereichen erfolgreich beizulegen.
Die Beteiligten behalten in jeder Phase der Mediation die volle Kontrolle unter Begleitung des Mediators.
Schluss mit Streit:
Professionelle Mediation
Die Streitschlichtung bzw. Konfliktbereinigung findet in Anwesenheit eines allparteilichen Mediators statt. Es fallen weder Anwalts- noch Gerichtskosten an.
Auch wenn die Ausgangssituation "verfahren" erscheint, enden 80% aller Mediationen erfolgreich.
Vor Gericht entscheidet ein Richter; in einer Mediation entscheiden die Konfliktparteien selbst, zu welcher Lösung sie beitragen.
Alle Beteiligten verpflichten sich zum Stillschweigen. Der Streit wird nicht in der Öffentlichkeit behandelt.
Die Mediation ist grundsätzlich ein flexibles Verfahren. Sie baut auf der Bereitwilligkeit und Freiwilligkeit der Konfliktparteien sowie das Einfühlungsvermögen des Mediators auf. Vor der Mediation schätzt der Mediator den Aufwand der Aufgabe ein und unterbreitet ein verbindliches Angebot. Viele Rechtsschutzversicherungen decken die Kosten einer Mediation ganz oder teilweise ab (z. B. Advocard, ALLRECHT, ARAG, AUXILIA, Badische Versicherungen, Buderhilfe, D.A.S., DBV Winterthur, Deurag, HUK 24, LVM, Rechtsschutz Union, Roland Rechtsschutz).
Wichtig sind folgende Schritte, um zunächst mit den Parteien gemeinsam nachfolgende Sachverhalte zu klären:
1. Erläuterung des Mediationsverfahrens, Vertraulichkeit, Freiwilligkeit, Allparteilichkeit, Vereinbarungen zum Verfahren
2. Konfliktdarstellung aus Sicht jeder Partei, Ermittlung der regelbedürftigen Themen
3. Beschreibung der Konfliktfelder, Suche nach Interessen und Bedürfnisse der Parteien
4. Beschreibung eines Lösungsraums, Erarbeiten und Bewerten von Lösungsalternativen
5. schriftliche Beschreibung der Lösung und verbindliche Einhaltungsverpflichtung der erarbeiteten Lösung
Ein Konflikt liegt nach Glasl dann vor, wenn ein Mensch sich bei der Realisierung seines Denkens, Vorstellens, Wahrnehmens, Fühlens oder Wollens beeinträchtigt fühlt. Konflikte kosten Kraft, Nerven, Zeit und Geld. Sie blockieren unsere Leistung, Flexibilität und Kreativität. Doch Konflikte gehören zum Leben und somit zur Normalität. Ohne Konflikte würden wir uns nicht weiterentwickeln können. Konflikte bieten Entwicklungschancen.
Bei der Konfliktlösung hilft die Mediation. Sie ist ein freiwilliges Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung, bei dem die Konfliktparteien gemeinsam und selbstbestimmt eine Lösung erarbeiten, die für alle tragbar ist.
Der Mediator unterstützt hierbei. Er ist allparteilich und vertritt somit die Interessen aller Parteien. Er sorgt dafür, dass das Verfahren geordnet und strukturiert abläuft. Er entwickelt selbst keine Lösung, sondern begleitet die Parteien lediglich auf dem Weg dorthin. Durch den Mediator fällt es den Parteien leichter mit einander zu kommunizieren, wenn sie emotional nur schwer dazu in der Lage sind, oder wenn sie die Kommunikation abgebrochen haben bzw. Gespräche eskalieren. Die sachliche Gesprächsführung wird wieder hergestellt.
In Deutschland gewinnt die Mediation als Problemlösungsverfahren immer mehr an Bedeutung. Als Konfliktlösungsmethode bietet die Mediation große Vorteile gegenüber anderen Verfahren, wie zum Beispiel das Schiedsgerichtsverfahren und das Gerichtsverfahren. Sie ist ein modernes Konfliktmanagement mit den Vorteilen der kurzen Dauer und geringer Kosten. Gerichtsverfahren dauern in der Regel Monate oder sogar Jahre, die Prozesskosten sind kaum überschaubar. Mit dem Mediationsverfahren kann dagegen sofort begonnen werden, der Mediator teilt die Kosten mit, sie beschränken sich auf das Stundenhonorar.
Die in einer Mediation erarbeiteten Lösungen sind zukunftsorientiert. Die Kontrolle der Verhandlung liegt bei den Konfliktpartnern. Wer an der Entwicklung von Lösungen beteiligt war, ist auch bereit, für ihre Umsetzung Verantwortung zu übernehmen. Die Parteien können wieder miteinander reden, das Vertrauen wird wieder hergestellt.
Die Mediationspraxis ist zu 80 % erfolgreich, da sie auf Freiwilligkeit beruht. Sie vermittelt die Fähigkeit Konflikte in Zukunft selbst zu lösen.
Das Konfliktmanagement kann in folgenden Bereichen angewendet werden: Wirtschaft, Arbeit und Beruf, Gesellschaft, Familie, Partnerschaft und Nachbarschaft.
Im Mai 2011 wurde ein Entwurf zum Mediationsgesetz verabschiedet. Dieses Gesetz soll im September 2011 rechtswirksam werden.